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Das Handy und der Schlaf der Jugendlichen

Dass Jugendliche zu wenig schlafen, ist keine neue Beobachtung. Neu ist, wie deutlich sich die Gründe verschoben haben. Eine aktuelle Untersuchung aus mehreren europäischen Ländern zeigt, dass nicht die Schule, sondern das Smartphone der wichtigste Faktor geworden ist.

Die Zahlen sind eindeutig. Jugendliche, die ihr Handy nachts im Zimmer haben, schlafen im Durchschnitt fast eine Stunde weniger als die anderen. Je später am Abend das Gerät benutzt wird, desto länger dauert es, bis der Schlaf einsetzt. Dabei spielt nicht nur das Licht eine Rolle, sondern vor allem der Inhalt: Eine Nachricht, auf die man reagieren möchte, wirkt anders als ein Buch.

Interessant ist, was die Forscher nicht gefunden haben. Ein generelles Verbot hat in den untersuchten Familien kaum etwas verändert. Wo das Handy einfach weggenommen wurde, gab es Streit, und die Jugendlichen haben andere Wege gefunden. Wirksam war etwas anderes: eine gemeinsam vereinbarte Regel, die für alle im Haushalt galt — auch für die Eltern.

Eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen erklärt das so: Jugendliche akzeptieren Regeln eher, wenn sie nicht als Strafe erlebt werden. Wenn das Handy um zehn Uhr in der Küche liegt, weil das für die ganze Familie gilt, ist es keine Strafe, sondern eine Gewohnheit.

Kritiker weisen darauf hin, dass die Studie auf Selbstauskünften beruht. Wer sagt schon gern, dass er bis zwei Uhr wach war? Die Forscher bestreiten das nicht, halten die Richtung der Ergebnisse aber für gesichert, weil sie in allen beteiligten Ländern gleich ausfällt.

Für Eltern, die etwas ändern wollen, ist die praktische Empfehlung erstaunlich schlicht: nicht diskutieren, wie schädlich Bildschirme sind, sondern festlegen, wo das Gerät nachts liegt — und sich selbst daran halten.

die Beobachtung
the observation
eindeutig
unambiguous, clear
einsetzen
to set in, to begin
wirksam
effective
die Gewohnheit
the habit
die Selbstauskunft
self-reported information
gesichert
established, reliable
schlicht
simple, plain

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