Homeoffice: praktisch, aber nicht für alle
Seit einigen Jahren arbeiten viele Menschen zumindest teilweise von zu Hause. Meiner Meinung nach ist das eine gute Entwicklung, aber die Diskussion wird oft zu einfach geführt.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Man spart den Weg zur Arbeit, was bei vielen täglich mehr als eine Stunde ausmacht. Außerdem kann die Arbeit flexibler eingeteilt werden. Wer Kinder hat, weiß, wie wertvoll das ist. Und ruhige Aufgaben werden zu Hause meistens schneller erledigt, weil man seltener unterbrochen wird.
Es gibt aber auch Nachteile, über die weniger gesprochen wird. Einerseits ist man freier, andererseits verschwindet die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Viele Kolleginnen und Kollegen berichten, dass sie abends noch E-Mails beantworten, ohne es zu merken. Wer allein lebt, dem fehlen außerdem die kleinen Gespräche, die im Büro einfach passieren.
Für junge Mitarbeiter ist das besonders schwierig. Vieles lernt man nicht in einer Schulung, sondern indem man zuhört, während andere arbeiten. Das funktioniert am Bildschirm deutlich schlechter.
Deshalb halte ich eine Mischung für die beste Lösung: zwei oder drei Tage im Büro, der Rest zu Hause. So bleibt die Flexibilität erhalten, und trotzdem sieht man sich regelmäßig. Wichtig ist aber, dass die Regeln klar sind. Wenn jeder selbst entscheidet, wann er kommt, trifft man sich am Ende nie.